Medizin

Wie nehme ich Medikamente ein?

Die Texte sind nur zur privaten Verwendung bestimmt, das Copyright liegt beim Autor Dr. Reinald von Meurers. Veröffentlichung nur mit Zustimmung des Autors!

 

Generell ist Vorsicht bei der Medikamenten-Einnahme geboten. Man sollte immer Wasser nehmen, um die Pillen zu schlucken. Erstens braucht man Flüssigkeit, um sie runterzuspülen. Die Schleimhaut der Speiseröhre ist so dünn, daß schon eine unbemerkt hängengebliebene Schmerztablette schwerste Verätzungen mit akutem Durchbruch und folgender narbenbedingter Einengung hervorrufen kann.

Und zweitens gibt es gravierende Wechselwirkungen zwischen Nahrungsmitteln und Medikamenten. So hemmt Milch die Antibiotika aus der Tetrazyklin- und Gyrase-Hemmer-Gruppe, da der Kalziumgehalt mit dem Wirkstoff nichtlösliche Verbindungen bildet. Diese können vom Organismus nicht durch die Darmwände geschleust werden.

Auch andere Medikamente werden durch die Nahrung beeinflußt. So sollen Patienten, die zur Blutverdünnung Antikoagulantien einnehmen, nicht zu viele Vitamin K-haltige Lebensmittel verzehren ( Leber, Bohnen, Multivitaminsäfte, Kohlarten). Vitamin K erhöht die Gefahr der Blutgerinnung und damit das Thrombose-Risiko.

 
Medikamente gegen psychische Störungen und Eisenpräparate

Diese sollen nicht mit gerbstoffhaltigen Getränken wie Tee oder Kaffee genommen werden.

 
Antidepressive Medikamente

Steht man unter Behandlung mit antidepressiven Medikamenten soll man eiweißhaltige Lebensmittel, die schon länger lagerten, wie Käse, Salzheringe, Thunfischkonserven oder Salami meiden. Diese in Kombination mit "Mao-Hemmern" können zu lebensbedrohlichen Blutdruckkrisen und Kopfschmerzattacken führen.

Allerdings ist Salzhering eine vorzügliche Quelle für Eisen.

 
Antiallergika

Heuschnupfen oder Allergie-geplagte Patienten sollten keine Grapefruit essen, wenn sie Antiallergika nehmen, da durch die Frucht der Abbau der Mittel gehemmt wird und es zu Überdosierung kommen kann. Gefährlich wird es bei Lovastatin, das man zum Senken von Blutfetten nimmt, und Grapefruit-Saft; hier können schwere Muskelschäden erfolgen.

 
Eisenzufuhr

Eisenzufuhr gelingt am besten mit Lebensmitteln, da Eisen-Medikamente schlecht im Darm resorbiert werden : 125 Gramm rohe Schweineleber enthalten 27,6 mg Eisen, die gleiche Menge Rindsleber nur 8,1 mg! 125 Gramm Salzhering enthalten 25 mg Eisen und 140 mg Calcium! Frauen sollten auch Ölsardinen mit Gräten essen, bei denen 95 mg satte 313 mg Calcium enthalten!

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