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"So mein Schatz, jetzt denke auch mal an Deine Gesundheit bei
der anstehenden Jagdreise, wir wollen Dich schließlich heil
zurückbekommen und nicht in der Kiste mit den
Trophäen!" so läßt sich die Herzallerliebste
aufmunternd ein. Sie hat recht, Gesundheit ist unser höchstes
Gut, bloß denkt man daran meistens erst, wenn man krank ist.
Als erstes sind Impfungen und vorbeugende Medikamenten-Einnahme zu
arrangieren. Gegen Wundstarrkrampf, Kinderlähmung und Diphtherie
sollte man sich alle zehn Jahre impfen lassen. Geht es ab und an in
die Subtropen oder Tropen gehört die Impfung gegen Hepatitis A
und vor allem Hepatitis B unbedingt dazu - Auffrischung alle drei bis
fünf Jahre - es sei denn, man hat schon Antikörper von
einer früher erfolgten Infektion.
Vorbeugend muß man sich gegen Malaria mit bestimmten Tabletten
schützen. Das zu wählende Medikament ist nach dem
Risikoland auszuwählen, die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt
hierzu Empfehlungen, die jeder Arzt oder Apotheker besitzt. Ganz
wichtig ist die Medikamenten-Einnahme bis vier oder sechs Wochen nach
dem Verlassen des Risiko-Gebietes.
So, nun wird es schwieriger, wie umfangreich muß die
einzupackende Reiseapotheke sein? Natürlich hängt dies auch
ab von den Bedingungen der Jagd. Hat man einen gut organisierten
Jagdführer mit einem anständigen Lager, so wird der im
allgemeinen für seine Gäste und Mitarbeiter die
wesentlichen Mittel vorrätig haben. Allerdings kaum in
Nordamerika, die Amis haben eine derartige Angst vor
Haftpflicht-Prozessen, daß sie von Ratschlägen zur
Therapie die Finger lassen. Ist also wenig Medizin zu erwarten,
empfiehlt sich folgende Universal-Ausstattung:
Reiseapotheke
Acetylsalicylsäure oder Paracetamol gegen Schmerz und Fieber,
Isotonische Augentropfen, antibiotische Augensalbe. Bei empfindlichem
Magen ein Mittel gegen Sodbrennen. Eventuell Hustenmittel,
Schnupfenkapseln, Brand- und Wundgel, Rheumasalbe. Kohle- Und
Gerbstoff-Tabletten gegen Durchfall, Antihistaminikum gegen Juckreiz.
Diese muß man dann ergänzen nach den Medikamenten, die man
selber regelmäßig oder von Fall zu Fall einnahm.
Handelt es sich um Jagdreisen unter extremen Bedingungen, wie auf
eigene Faust auf Großwild in Kamerun, muß man
Katastrophen bei Trägern einkalkulieren und einige Packungen
Antibiotika einpacken. Stark wirkend und vielseitig einzusetzen ist
Doxycyclin 100 mg: Am ersten Tag 2, dann täglich eine Tablette
bei schwerem Durchfall, fieberhaften Lungen- Harnwegs- und
Hautinfektionen. Auch ist es das Mittel der Wahl bei fieberhaften
Erkrankungen nach Zeckenstich mit 400, dann 200 mg/Tag. Penicillin 3x
1 Million/ Tag ist ebenfalls nach wie vor bewährt. Nie fehlen
sollte ein Brand- und Wundgel, das auch bei Sonnenbrand und
Insektenstich hilft.
Was tun, wenn nun aber kein Mittel greifbar ist, wie kann ich mit
"Bordmitteln" vorgehen?
Schmerzhafte Bienenstiche werden ganz simpel mit Auflegen
einer aufgeschnittenen Zwiebel beschwerdefrei.
Kreislaufkollaps oder Schwäche: Beine hochlagern,
einengenden Kragen öffnen,kühles Tuch auf die Stirn und
frischen Zitronensaft auf die Zunge träufeln.
Gesundheit auf Fernreisen
Hautinfektion
a) Drüberpinkeln, denn im Urin sind keimtötende,
Eiweiß ausfällende Stoffe enthalten.
b) Honig aufstreichen, denn erstens entzieht der hohe
Zuckeranteil der Wunde die Feuchtigkeit, welche Bakterien zum Wachsen
brauchen und zweitens enthält er auch konservierende Anteile -
schließlich wurden die Mumien damit einbalsamiert und sind
heute noch unversehrt!
Durchfall
Keine Kohle- und Gerbstoff-Tabletten in der Reiseapotheke für
leichten Durchfall und kein Antibiotikum für stärkeren
Durchfall und weit weg von der Zivilisation?
Auch kein Problem, lassen Sie ein mindestens 50 Zentimeter tiefes
Loch graben, bis der Mutterboden durchstoßen ist und man auf
Lehm-, Ton- oder Kaolinboden kommt. Das ist keimfrei und beste
Heilerde, um entzündete Darmschleimhaut abzuheilen und in der
großen Oberfläche der Erdpartikel Giftstoffe von Bakterien
oder eingenommener Nahrung zu neutralisieren! Mehrere
Eßlöffel täglich in Wasser aufgeschwemmt einnehmen!
Dazu wirkt Knoblauch keim- und wurmtötend. Konzentriertes
Tomatenmark enthält die Mineralstoffe - Elektrolyte -, die man
beim Durchfall verliert:
Mehrmals täglich einen Eßlöffel in einem Glas Wasser
auflösen und trinken. Coca Cola enthält diese auch in der
Zusammensetzung, die man benötigt, allerdings nicht so konzentriert!
(Also bei der Verpflegung an Honig, Zwiebel, Knoblauch, Trockenobst,
Tomatenmark, Olivenöl und Zitrone denken - alles sehr gesund!).
Verstopfung kommt auch gelegentlich
vor. Hier hilft ganz simpel, gesund und lecker das Kauen oder
Herunterspülen einiger kleingehackter Koblauchzehen und notfalls
noch Trockenobst.
Knoblauch putzt nicht nur die Blutgefäße von
Cholesterin-Ablagerungen, sondern wirkt auch abführend! Und wer
den Geruch nicht will, der soll eine Zehe morgens nüchtern
kleingeschnippelt mit einem Glas Vollfettmilch runterspülen. Das
Milchfett umhüllt den Knoblauch, daher wird er nicht im Magen
sondern erst im Dünndarm verdaut, die schwefelhaltigen Allicine
"Stinkefraktion", die aber gerade die gesündesten
Inhaltsstoffe enthält, geht nicht in Haut und Atem über!
Erhöhte Cholesterin-Werte im Blut sinken gleich um 30 - 40
Punkte bei mehrmonatiger täglicher Einnahme!
Schnittverletzung: Sie wirkt
oft dramatisch, da mit dem scharfen Schnitt viele kleinste
Blutgefäße durchtrennt sind, während bei stumpfen
Rißwunden durch Quetschung kleine Gefäße nicht oder
kaum bluten. Schnittwunden heilen sehr gut, man braucht auch nicht so
oft zu nähen, wie meine chirurgischen Kollegen es gern tun. (Oh
weh, die werden sich jetzt lebhaft beschweren).
Dann entzündet sich die Wunde auch seltener, da erstens keine
Hautkeime durch den Stich der Nadel ins Gewebe gebracht werden, oder
am Faden entlang einwandern und zweitens das entstehende, die Wunde
reinigende Sekret durch locker aufeinanderklebende Wundränder
sickern kann. Sonst staut es sich und ist idealer Nährboden
für Keimvermehrung. Man muß nur die Schnittflächen
passend aneinanderfügen und mit braunem Leukoplast festkleben.
Leukoplast sollte man immer im Gepäck haben, es hilft zum
sicheren Verschluß der Laufmündung, bei kleineren
Reparaturen, Blasen und vielem anderem. Keine Angst vorm Abkleben der
Laufmündung, nun kann weder Wasser noch Dreck zur Laufsprengung
führen; und beim Schuß pustet die Luftsäule vor der
Kugel das Gewebe weg.
Ganz extrem mußte ich eines Tages fünf Tagesmärsche
vom nächsten befahrbaren Weg in Südkamerun einem
Pygmäen das Knie "nähen". Beim Schlachtfest eines
Stück Großwildes hatte ein Bantu ihm das scharfe, mit
Darminhalt verunreinigte Messer unter der Kniescheibe durch die Haut
gezogen! Da der Baka das Gewicht auf dem anderen Bein hatte, wich die
Kniescheiben-Sehne nach hinten aus, trotzdem gab es eine mächtig
blutende, rund acht Zentimeter lange und zwei Zentimeter tiefe
Schnittwunde mit Einschnitt der Sehne.
Chirurgische Wundversorgung tat not! Doch wollte ich wegen der Keime
auf dem Messer keine Nähte setzen und zog die pulsierend
blutende Wunde immer wieder trockentupfend sorgfältig mit
Leukoplast zu. Der 1,50 Meter große Pygmäe wollte
natürlich gleich wieder zu seinem Fleischberg eilen, deshalb
stellte ich einen jungen Baka neben ihn, der erst zehn Minuten die
Wunde zudrücken mußte und anschließend strengen
Befehl hatte, Bosco bis zur Nacht auf dem Lager zu halten. Am
nächsten Tag mußten wir wieder weiterwandern und hatten
noch vier stramme Marschtage vor uns. Die zugepappte tiefe
Schnittwunde heilte prächtig aus, der Urwaldzwerg zählt zu
meinen treuesten Gefährten und begleitete mich inzwischen schon
auf acht weiteren Safaris.
Baumharz ist ebenfalls hervorragend als Wundverband geeignet.
Juckreiz wird durch Zahnpasta auf die Haut gelindert!
Wundgelaufene Füße
Daran leidet fast jeder bei längeren Touren, selbst wenn er die
Stiefel gut eingelaufen hat. Besonders bei der Bergjagd, wo beim
Abwärtsgehen der Fuß nach vorn schiebt und die Haut an Zehen-Mittelgelenken
und an der Ferse meistens Blasen bekommen. Man sollte in jedem Fall
sofort pausieren, wenn man "heiße" Stellen an den
Füßen verspürt. Es tut auch gut, die feuchten
Füße in einer Pause aus den Socken zu pulen und abtrocknen
zu lassen! Die Haut wird wieder fester. Bemerkt man an diesen
"heißen" Stellen rote Flecke, so sind sie die
unmittelbare Vorstufe von Blasen.
Die Reibung der Socken auf die Haut muß umgehend abgestellt
werden, indem man Leukoplast auf diese roten Stellen klebt und drauf
läßt, bis es nach einigen Tagen von selber wieder abgeht -
oder die Jagd beendet ist.
Socken sollten übrigens nie frisch zur Wanderung, sondern schon
am Tag vorher angezogen werden. Dann werden die rauhen Wollfasern
durch Hautfett geglättet. Ähnlich schützt man sich vor
dem "Wolf", indem man Hosen schon einige Tage vorher
benutzt und notfalls rauhe Nähte mit einer leichten Hautcreme einfettet.
Hat man schon Blasen an den Füßen, so soll man sie um
Himmels Willen intakt lassen, allenfalls kann man mit einer sauberen,
feinen Nadel die Spitze anpieken und das Sekret ausdrücken. Die
Blasenhaut schützt das rohe Gewebe vor Infektion. Zur
Verhinderung weiterer Reibung klebt man Leukoplast drüber, bis
es nach Tagen von selber abgeht und der Wundgrund wieder neue Haut
geworden ist. Bloß nicht jeden Tag das Klebeband abmachen und
nachsehen, dann dauert die Heilung viel länger!
"Wolf"
So wird vom Volksmund ein nagender Schmerz im Schritt bezeichnet.
Manchmal sind es die wundgescheuerten Innenseiten der Oberschenkel -
Vorbeugung siehe oben - meistens ist es die wunde Kimme. Das schmerzt
höllisch und bremst selbst den passioniertesten Jäger. Der
"Wolf" kommt von behaartem Achtersteven und Minispuren vom
Stuhlgang. Die darin enthaltenen Bakterien, Schweiß und Reibung
beim Marsch, verstärkt durch enge Hosen, machen die dünne
Haut wund. Manche Opfer sehen aus wie Urwald-Paviane mit rotem
Spiegel! Daher muß man sich bei schweißtreibenden
Märschen und Veranlagung zum "Wolf" besonders genau an
Analhygiene halten und nach jedem Stuhlgang, morgens und abends den
Po mit warmem Wasser säubern. Anschließend trägt man
Ansudor als Lotion und als Puder auf, ein Produkt aus der Baby- und
Prothesenpflege aus Aluminium. Wird es unter die Achsel getupft,
verhindert es schonend Schweißgeruch und ist im Gegensatz zu
den meisten Deodorants hautverträglich.
Reiten führt beim Ungeübten mit schöner
Regelmäßigkeit zu wunden Schenkeln.
Falten und Nähte im Stoff scheuern alles auf. Vorbeugen kann man
wirksam mit dem Tragen von lediglich einer weichen Fleece-Hose und
morgendlichem oder mehrmaligem gründlichem Pudern mit Ansudor.
Ich ritt einmal sechs Tage im Schneeregen durch Britisch Kolumbien,
jeden Abend und morgen fragte mich der Indianer deutlich grinsend
"Na, wie geht es Deinem Hintern?" Er konnte überhaupt
nicht verstehen, wieso ich immer lachend antwortete "Prima, kein
Problem", obwohl ich untrainiert war und lediglich vier
Reitstunden als Vorbereitung absolviert hatte.
Schweißdrüsen-Abszeß
unter der Achsel ist eine üble Sache, hier wird man chirurgische
Hilfe suchen müssen, man kann bis diese erteilt wird ein
Antibiotikum wie Doxycyclin einnehmen.
Wunden desinfiziert man am besten mit Jod
(Pyrrolidon-Jod) und reinigt sie von Schmutz und Eiter mit
dreiprozentiger Lösung von Wasserstoffperoxid. Das sollte man
auch unbedingt bei Tierbissen machen, die Infektionsrate an Tollwut
sank derart behandelt in Indien deutlich. H2O2 wird auch von den
einheimischen Helfern im Busch dankbar angenommen, wenn man seine
Trophäen entsprechend den Veterinär-Vorschriften der EU
desinfiziert und einen Rest in der Flasche hat! Lassen Sie sich vom
Apotheker über die Verdünnung von 30-prozentiger Ware beraten.
Verstauchung ist im allgemeinen
nicht so tragisch, man sollte das Gelenk straff wickeln und
vorsichtig weiter belasten, falls nötig. Kompartiment Syndrom
ist sehr gefährlich, man bezeichnet so die isolierte Blutung
oder Einlagerung von Gewebsflüssigkeit in eine geschlossene
Haut, die als Faszie Muskelbündel, Nerven und Gefäße
umhüllt. Hier kann es durch Drucksteigerung leicht zu
Nervenschäden und Gefäßverschluß mit Absterben
von Gewebe kommen. Hat man daher stumpfe Traumen (schädigende
Krafteinwirkung) hauptsächlich auf die Unterschenkel bekommen
und bemerkt Weißfärbung, Schwellung und starken Schmerz,
sollte man durch Hochlagerung und Kühlung alles tun, um dieses
schwere Krankheitsbild zu verhindern.
Tropische Ulzera, so nennt man
die Geschwüre an den Unterschenkeln, die sich besonders bei
hoher Luftfeuchtigkeit oder bei Durchblutungsstörungen nach
harmlosen Insektenstichen entwickeln, können sich sehr schnell
zu tiefsten Kratern in die Haut fressen und darunterliegende Faszien
infizieren, was in Tagen bis zur Notwendigkeit einer Amputation
aufblühen kann.
Man sollte sich daher in den Subtropen und Tropen immer mit langer
Hose, knöchelhohen Stiefeln und dicht sitzenden Gamaschen
ausrüsten. Einfach und am besten sind britische Wickelgamaschen
aus Loden! Und im Lager ebenso leichte, weite lange Hosen in Stiefeln
tragen! So verhindert man ebenfalls unnötigen Wasserverlust, da
ohne Kleidung sehr viel Wasser verdunstet und man dauernd ein
quälendes Durstgefühl hat. Auch Zeckenstich wird durch
diese schützende Kleidung weitgehend vermieden; im südlichen
Afrika sind schon ganze Jagdgruppen durch "Tick Fever" mit
hohem Fieber auf dem Krankenlager gelandet.
Es handelt sich überwiegend um Rickettsien- und
Borrelien-Bakterien, die in vielen Unterarten auftreten. In den
östlichen USA wurde die Lyme-Krankheit zuerst 1975 beschrieben,
mittlerweile weiß man, daß es durch Zeckenstich
übertragene Borreliosen als ernste Erkrankung mit schweren,
meist rheumatischen, oft auch nervlichen Spätschäden
weltweit gibt.
Jagdhunde sind regional bis zu 50 Prozent befallen. Wenn der liebe,
treue Jagdbegleiter lahmt, nicht den Züchter verfluchen, erst
mal Blut testen und antibiotisch behandeln. Wiederum ist Doxycyclin
das Mittel der Wahl mit täglich 200 mg über 14 Tage.
Zecken muß man sofort durch eine leichte Drehbewegung
entfernen. Die faltbaren Kombizangen wie Leatherman, Gerber etc.
eignen sich bei flacher Zangenspitze bestens dazu.
Hexenschuß/Ischias
können eine Jagd torpedieren; schon verdrehtes Sitzen,
ungleichmäßiges Tragen, ja Schuhanziehen können
Auslöser sein. Warm halten, abends Rheumasalbe oder noch besser
ABC-Pflaster - wenn man es verträgt- und vor allem Bewegung.
Viel Laufen bessert die Beschwerden schneller als Rumliegen.
Schwimmen ist ideal, weil hier nur das halbe Körpergewicht auf
den Wirbeln lastet!
Zur Vorbeugung sollte man bei langen Flugreisen und längerem
Sitzen immer das "Hohlkreuz", also die Nierenregion durch
ein festes Kissen unterstützen. Preiswert und vielseitig ist von
der Bundeswehr das grüne aufblasbare Sitzkissen mit
Seitentasche, in die Papiere wassergeschützt verstaut werden können.
Hüftschmerzen durch
Gelenkschäden kann man durch entsprechende geringe Belastung
verbessern. So sind die Kräfte, die aufs Hüftgelenk wirken,
um mehrere 100 Prozent des Körpergewichts unterschiedlich, ob
man langsam, schnell oder mit Unterstützung von 2 Stöcken
bergab geht. Hier zeigt sich auch der Segen des Bergstocks. Seit
einigen Jahren benutzen Experten zwei körperlange leichte
Stöcke, sie sind noch viel schonender für Hüft- und
Kniegelenke. Abends hat man dann deutlich weniger Muskelkater.
Knochenbruch ist fatal, hier endet
die Jagdreise! Seien Sie also vorsichtig, bewegen Sie sich in
schwierigem Gelände (Geröll, Fels, Wurzelgewirr) umsichtig
und genieren Sie sich nicht, einen Stock als drittes Bein zu
benutzen. Ist ein Knochen gebrochen, muß man eine Schiene -
notfalls unterpolsterte Äste - anfertigen, damit beim Transport
der Schmerz gering bleibt und kein Durchspießen des Knochens
durch die Haut = offener Bruch, der sehr viel schwieriger heilt, entsteht.
Läuse / Flöhe können in der
GUS und anderen östlichen Regionen leicht akquiriert werden:
Meist wird man kein entsprechendes Puder (Jakutin) griffbereit haben,
kann sich aber mit Petroleum/Diesel, Benzin Spritzer auf die
Wäsche einigermaßen behelfen. Hartgesottene Seeleute haben
"Matrosen am Mast", sprich Filzläuse, schon seit jeher
mit Diesel-Einreibungen behandelt.
Schlangenbiß: Diese Vision
schreckt jeden, in gefährdeten Regionen kann man eine spezielle
Schlangenbiß-Saugpumpe (Sawyer) mitführen; sie ist auch
nützlich, um Bienen-, Spinnen- und anderes Insektengift
auszusaugen. Der Unterdruck von 3 Atü beförderte bei
Versuchen der Uni Tucson innerhalb von drei Minuten immerhin 25
Prozent des injizierten Klapperschlangen-Giftes aus den
Versuchskaninchen. Tröstlich ist, daß Schlangenbisse sehr
selten sind und es sich meistens um einen sogenannten
"trockenen" Biß handelt. Die Giftschlangen vergeuden
ihr Gift selten zur Abwehr, sondern heben es für Beute auf. Bei
Klapperschlangen, die eh nicht so sehr giftig sind, hat man nur in 20
Prozent der Bisse Gift gefunden. Vielleicht kommt daher die
"Wirkung" des berühmten Schwarzen Steins des
katholischen Ordens der "Weißen Väter", der nach
dem Biß auf die Haut gelegt wird. Welcher Leser hat Erfahrungen dazu?
Skorpion-Stich: Auch dieser ist
selten und fast immer relativ harmlos. Die Kollegen im Afrika-Korps
hatten reichlich Erfahrungen damit, da die Biester in
Schützengräben bei Oasen natürlich häufig waren.
Die Feldärzte behandelten meist mit Unterspritzen von Gewebe
zusammenziehender Lösung, um die Giftwirkung örtlich zu
begrenzen, aber ohne ging es auch.
Vorsicht ist geboten bei Raupen und Tausendfüßlern. Ihre
feinen Haare enthalten Kontaktgifte, die teils üble
Verbrennungen und nachfolgend Infektion bewirken. Also nicht
anfassen! Auch Pflanzen können vom Übel sein. Großer
Bärenklau verbrennt die Haut. In den USA gibt es im Süden
Gift-Efeu "Poison Ivy". Er ist sehr leicht durch seine
dreifingrigen Blätter zu erkennen. (Merke Haschisch hat fünf!)
Trinkwasser muß so reichlich
zu sich genommen werden, daß man hellen Urin läßt!
Dann beugt man Nierensteinen und Harnwegs-Infekten vor. Wasser
desinfiziert man ohne Nebengeschmack mit Micropur oder Certisil: Drei
Tropfen pro Liter und 15 Minuten Kontaktzeit. Auch der Krug
zweifelhaften Wassers auf dem Tisch des Gastgebers ist somit schnell
keimfrei! Als Nebeneffekt ist ein Mittel zur Wasserdesinfektion als
Gastgeschenk bei hochrangigen Würdenträgern
unverfänglich und hochgeschätzt und kann manches Problem
lösen. Selbst die klaren Bäche der Rocky Mountains in
Nordamerika beherbergen sehr oft Lamblien und Ghiardien; Mikroben,
die Darminfektionen auslösen.Eine Magnesium- und Vitamintablette
in einem Liter Wasser verhindert oder
lindert nächtliche Muskelkrämpfe und erlaubt
spätnachmittags wohlschmeckend das Trinken der nötigen
Wassermenge, um den Verlust durchs Schwitzen wieder zu ersetzen.
Zu Jagdreisen hat man oft das nötige Kleingeld erst in
fortgeschrittenem Lebensalter und manchen drückt dann die
Prostata. Da tut man gut daran, ein Filzkissen oder wasserdichtes
Stück Styropol mitzunehmen. Dann hat man immer einen warmen Sitz
- auch für Junge zu empfehlen, die Blase hat man sich schnell verkühlt.
Salat gilt als die Giftpflanze der Tropen. Wenn er nicht 10 Minuten
mit Kaliumpermanganat behandelt und so von Hepatitis- und anderen
Keimen befreit wurde, sollte man ihn unbedingt stehen lassen! Eine
Messerspitze Kaliumpermanganat auf einen Liter Wasser zum
Desinfizieren nehmen!
Wer infektionsanfällig ist tut gut daran, seine körpereigene
Abwehr mit Injektionen von Eigenblut (Ein Milliliter Eigenblut pro
Woche intramuskulär über drei Wochen) zu stärken. Eine
gewisse Menge am Keimen kann vom körpereigenen Abwehrsystem
abgetötet werden, diese Kräfte werden durch
Eigenblut gestärkt. Vom injizierten Echinacin-Zusatz halte ich
nichts, das gibt immer wieder tödliche Zwischenfälle, da es
ein starkes Allergie-erzeugendes Pflanzenprodukt ist.
Zu allerletzt ein Rat für die Psyche: Versuchen Sie
immer, die Nerven bewahren: "Und wenn Du denkst, es geht nicht
mehr, so kommt von irgendwo ein Lichtlein her". Der alte
Kinderspruch hat in fast allen Lebenslagen seine Berechtigung!
(Artikel geschrieben in rauher Jagdpraxis anläßlich der
27. Safari im dichten Regenwald Südkameruns drei
Tagesmärsche entfernt vom nächsten befahrbaren Weg unterm
Moskitonetz mit Geräuschkulisse von Grillen, Vögeln,
Myriaden von Fliegen und Mücken sowie fröhlich plappernden
Pygmäen, die einen Korb nach dem anderen an frischem
Elefantenfleisch herantragen und auf ihre Räucher-Roste legen!)
Mehr an detaillierten Gesundheitstips im fast vergriffenen Buch
"Bongo, Büffel, Sitatunga" !! |