Medizin

Krank im Busch und keine medikamente? Hilf Dir selbst!

Die Texte sind nur zur privaten Verwendung bestimmt, das Copyright liegt beim Autor Dr. Reinald von Meurers. Veröffentlichung nur mit Zustimmung des Autors!

"So mein Schatz, jetzt denke auch mal an Deine Gesundheit bei der anstehenden Jagdreise, wir wollen Dich schließlich heil zurückbekommen und nicht in der Kiste mit den Trophäen!" so läßt sich die Herzallerliebste aufmunternd ein. Sie hat recht, Gesundheit ist unser höchstes Gut, bloß denkt man daran meistens erst, wenn man krank ist.

Als erstes sind Impfungen und vorbeugende Medikamenten-Einnahme zu arrangieren. Gegen Wundstarrkrampf, Kinderlähmung und Diphtherie sollte man sich alle zehn Jahre impfen lassen. Geht es ab und an in die Subtropen oder Tropen gehört die Impfung gegen Hepatitis A und vor allem Hepatitis B unbedingt dazu - Auffrischung alle drei bis fünf Jahre - es sei denn, man hat schon Antikörper von einer früher erfolgten Infektion.
Vorbeugend muß man sich gegen Malaria mit bestimmten Tabletten schützen. Das zu wählende Medikament ist nach dem Risikoland auszuwählen, die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt hierzu Empfehlungen, die jeder Arzt oder Apotheker besitzt. Ganz wichtig ist die Medikamenten-Einnahme bis vier oder sechs Wochen nach dem Verlassen des Risiko-Gebietes.

So, nun wird es schwieriger, wie umfangreich muß die einzupackende Reiseapotheke sein? Natürlich hängt dies auch ab von den Bedingungen der Jagd. Hat man einen gut organisierten Jagdführer mit einem anständigen Lager, so wird der im allgemeinen für seine Gäste und Mitarbeiter die wesentlichen Mittel vorrätig haben. Allerdings kaum in Nordamerika, die Amis haben eine derartige Angst vor Haftpflicht-Prozessen, daß sie von Ratschlägen zur Therapie die Finger lassen. Ist also wenig Medizin zu erwarten, empfiehlt sich folgende Universal-Ausstattung:

Reiseapotheke

Acetylsalicylsäure oder Paracetamol gegen Schmerz und Fieber, Isotonische Augentropfen, antibiotische Augensalbe. Bei empfindlichem Magen ein Mittel gegen Sodbrennen. Eventuell Hustenmittel, Schnupfenkapseln, Brand- und Wundgel, Rheumasalbe. Kohle- Und Gerbstoff-Tabletten gegen Durchfall, Antihistaminikum gegen Juckreiz. Diese muß man dann ergänzen nach den Medikamenten, die man selber regelmäßig oder von Fall zu Fall einnahm.

Handelt es sich um Jagdreisen unter extremen Bedingungen, wie auf eigene Faust auf Großwild in Kamerun, muß man Katastrophen bei Trägern einkalkulieren und einige Packungen Antibiotika einpacken. Stark wirkend und vielseitig einzusetzen ist Doxycyclin 100 mg: Am ersten Tag 2, dann täglich eine Tablette bei schwerem Durchfall, fieberhaften Lungen- Harnwegs- und Hautinfektionen. Auch ist es das Mittel der Wahl bei fieberhaften Erkrankungen nach Zeckenstich mit 400, dann 200 mg/Tag. Penicillin 3x 1 Million/ Tag ist ebenfalls nach wie vor bewährt. Nie fehlen sollte ein Brand- und Wundgel, das auch bei Sonnenbrand und Insektenstich hilft.

Was tun, wenn nun aber kein Mittel greifbar ist, wie kann ich mit "Bordmitteln" vorgehen?

    Schmerzhafte Bienenstiche werden ganz simpel mit Auflegen einer aufgeschnittenen Zwiebel beschwerdefrei.

    Kreislaufkollaps oder Schwäche: Beine hochlagern, einengenden Kragen öffnen,kühles Tuch auf die Stirn und frischen Zitronensaft auf die Zunge träufeln.

 

Gesundheit auf Fernreisen

Hautinfektion

a) Drüberpinkeln, denn im Urin sind keimtötende, Eiweiß ausfällende Stoffe enthalten.
b) Honig aufstreichen, denn erstens entzieht der hohe Zuckeranteil der Wunde die Feuchtigkeit, welche Bakterien zum Wachsen brauchen und zweitens enthält er auch konservierende Anteile - schließlich wurden die Mumien damit einbalsamiert und sind heute noch unversehrt!

Durchfall

Keine Kohle- und Gerbstoff-Tabletten in der Reiseapotheke für leichten Durchfall und kein Antibiotikum für stärkeren Durchfall und weit weg von der Zivilisation?

Auch kein Problem, lassen Sie ein mindestens 50 Zentimeter tiefes Loch graben, bis der Mutterboden durchstoßen ist und man auf Lehm-, Ton- oder Kaolinboden kommt. Das ist keimfrei und beste Heilerde, um entzündete Darmschleimhaut abzuheilen und in der großen Oberfläche der Erdpartikel Giftstoffe von Bakterien oder eingenommener Nahrung zu neutralisieren! Mehrere Eßlöffel täglich in Wasser aufgeschwemmt einnehmen! Dazu wirkt Knoblauch keim- und wurmtötend. Konzentriertes Tomatenmark enthält die Mineralstoffe - Elektrolyte -, die man beim Durchfall verliert:

Mehrmals täglich einen Eßlöffel in einem Glas Wasser auflösen und trinken. Coca Cola enthält diese auch in der Zusammensetzung, die man benötigt, allerdings nicht so konzentriert!
(Also bei der Verpflegung an Honig, Zwiebel, Knoblauch, Trockenobst, Tomatenmark, Olivenöl und Zitrone denken - alles sehr gesund!).

Verstopfung kommt auch gelegentlich vor. Hier hilft ganz simpel, gesund und lecker das Kauen oder Herunterspülen einiger kleingehackter Koblauchzehen und notfalls noch Trockenobst.
Knoblauch putzt nicht nur die Blutgefäße von Cholesterin-Ablagerungen, sondern wirkt auch abführend! Und wer den Geruch nicht will, der soll eine Zehe morgens nüchtern kleingeschnippelt mit einem Glas Vollfettmilch runterspülen. Das Milchfett umhüllt den Knoblauch, daher wird er nicht im Magen sondern erst im Dünndarm verdaut, die schwefelhaltigen Allicine "Stinkefraktion", die aber gerade die gesündesten Inhaltsstoffe enthält, geht nicht in Haut und Atem über! Erhöhte Cholesterin-Werte im Blut sinken gleich um 30 - 40 Punkte bei mehrmonatiger täglicher Einnahme!

Schnittverletzung: Sie wirkt oft dramatisch, da mit dem scharfen Schnitt viele kleinste Blutgefäße durchtrennt sind, während bei stumpfen Rißwunden durch Quetschung kleine Gefäße nicht oder kaum bluten. Schnittwunden heilen sehr gut, man braucht auch nicht so oft zu nähen, wie meine chirurgischen Kollegen es gern tun. (Oh weh, die werden sich jetzt lebhaft beschweren).
Dann entzündet sich die Wunde auch seltener, da erstens keine Hautkeime durch den Stich der Nadel ins Gewebe gebracht werden, oder am Faden entlang einwandern und zweitens das entstehende, die Wunde reinigende Sekret durch locker aufeinanderklebende Wundränder sickern kann. Sonst staut es sich und ist idealer Nährboden für Keimvermehrung. Man muß nur die Schnittflächen passend aneinanderfügen und mit braunem Leukoplast festkleben. Leukoplast sollte man immer im Gepäck haben, es hilft zum sicheren Verschluß der Laufmündung, bei kleineren Reparaturen, Blasen und vielem anderem. Keine Angst vorm Abkleben der Laufmündung, nun kann weder Wasser noch Dreck zur Laufsprengung führen; und beim Schuß pustet die Luftsäule vor der Kugel das Gewebe weg.

Ganz extrem mußte ich eines Tages fünf Tagesmärsche vom nächsten befahrbaren Weg in Südkamerun einem Pygmäen das Knie "nähen". Beim Schlachtfest eines Stück Großwildes hatte ein Bantu ihm das scharfe, mit Darminhalt verunreinigte Messer unter der Kniescheibe durch die Haut gezogen! Da der Baka das Gewicht auf dem anderen Bein hatte, wich die Kniescheiben-Sehne nach hinten aus, trotzdem gab es eine mächtig blutende, rund acht Zentimeter lange und zwei Zentimeter tiefe Schnittwunde mit Einschnitt der Sehne.

Chirurgische Wundversorgung tat not! Doch wollte ich wegen der Keime auf dem Messer keine Nähte setzen und zog die pulsierend blutende Wunde immer wieder trockentupfend sorgfältig mit Leukoplast zu. Der 1,50 Meter große Pygmäe wollte natürlich gleich wieder zu seinem Fleischberg eilen, deshalb stellte ich einen jungen Baka neben ihn, der erst zehn Minuten die Wunde zudrücken mußte und anschließend strengen Befehl hatte, Bosco bis zur Nacht auf dem Lager zu halten. Am nächsten Tag mußten wir wieder weiterwandern und hatten noch vier stramme Marschtage vor uns. Die zugepappte tiefe Schnittwunde heilte prächtig aus, der Urwaldzwerg zählt zu meinen treuesten Gefährten und begleitete mich inzwischen schon auf acht weiteren Safaris.

Baumharz ist ebenfalls hervorragend als Wundverband geeignet. Juckreiz wird durch Zahnpasta auf die Haut gelindert!

Wundgelaufene Füße

Daran leidet fast jeder bei längeren Touren, selbst wenn er die Stiefel gut eingelaufen hat. Besonders bei der Bergjagd, wo beim Abwärtsgehen der Fuß nach vorn schiebt und die Haut an Zehen-Mittelgelenken und an der Ferse meistens Blasen bekommen. Man sollte in jedem Fall sofort pausieren, wenn man "heiße" Stellen an den Füßen verspürt. Es tut auch gut, die feuchten Füße in einer Pause aus den Socken zu pulen und abtrocknen zu lassen! Die Haut wird wieder fester. Bemerkt man an diesen "heißen" Stellen rote Flecke, so sind sie die unmittelbare Vorstufe von Blasen.

Die Reibung der Socken auf die Haut muß umgehend abgestellt werden, indem man Leukoplast auf diese roten Stellen klebt und drauf läßt, bis es nach einigen Tagen von selber wieder abgeht - oder die Jagd beendet ist.

Socken sollten übrigens nie frisch zur Wanderung, sondern schon am Tag vorher angezogen werden. Dann werden die rauhen Wollfasern durch Hautfett geglättet. Ähnlich schützt man sich vor dem "Wolf", indem man Hosen schon einige Tage vorher benutzt und notfalls rauhe Nähte mit einer leichten Hautcreme einfettet.

Hat man schon Blasen an den Füßen, so soll man sie um Himmels Willen intakt lassen, allenfalls kann man mit einer sauberen, feinen Nadel die Spitze anpieken und das Sekret ausdrücken. Die Blasenhaut schützt das rohe Gewebe vor Infektion. Zur Verhinderung weiterer Reibung klebt man Leukoplast drüber, bis es nach Tagen von selber abgeht und der Wundgrund wieder neue Haut geworden ist. Bloß nicht jeden Tag das Klebeband abmachen und nachsehen, dann dauert die Heilung viel länger!

"Wolf"

So wird vom Volksmund ein nagender Schmerz im Schritt bezeichnet.
Manchmal sind es die wundgescheuerten Innenseiten der Oberschenkel - Vorbeugung siehe oben - meistens ist es die wunde Kimme. Das schmerzt höllisch und bremst selbst den passioniertesten Jäger. Der "Wolf" kommt von behaartem Achtersteven und Minispuren vom Stuhlgang. Die darin enthaltenen Bakterien, Schweiß und Reibung beim Marsch, verstärkt durch enge Hosen, machen die dünne Haut wund. Manche Opfer sehen aus wie Urwald-Paviane mit rotem Spiegel! Daher muß man sich bei schweißtreibenden Märschen und Veranlagung zum "Wolf" besonders genau an Analhygiene halten und nach jedem Stuhlgang, morgens und abends den Po mit warmem Wasser säubern. Anschließend trägt man Ansudor als Lotion und als Puder auf, ein Produkt aus der Baby- und Prothesenpflege aus Aluminium. Wird es unter die Achsel getupft, verhindert es schonend Schweißgeruch und ist im Gegensatz zu den meisten Deodorants hautverträglich.

Reiten führt beim Ungeübten mit schöner Regelmäßigkeit zu wunden Schenkeln.
Falten und Nähte im Stoff scheuern alles auf. Vorbeugen kann man wirksam mit dem Tragen von lediglich einer weichen Fleece-Hose und morgendlichem oder mehrmaligem gründlichem Pudern mit Ansudor. Ich ritt einmal sechs Tage im Schneeregen durch Britisch Kolumbien, jeden Abend und morgen fragte mich der Indianer deutlich grinsend "Na, wie geht es Deinem Hintern?" Er konnte überhaupt nicht verstehen, wieso ich immer lachend antwortete "Prima, kein Problem", obwohl ich untrainiert war und lediglich vier Reitstunden als Vorbereitung absolviert hatte.

Schweißdrüsen-Abszeß unter der Achsel ist eine üble Sache, hier wird man chirurgische Hilfe suchen müssen, man kann bis diese erteilt wird ein Antibiotikum wie Doxycyclin einnehmen.

Wunden desinfiziert man am besten mit Jod (Pyrrolidon-Jod) und reinigt sie von Schmutz und Eiter mit dreiprozentiger Lösung von Wasserstoffperoxid. Das sollte man auch unbedingt bei Tierbissen machen, die Infektionsrate an Tollwut sank derart behandelt in Indien deutlich. H2O2 wird auch von den einheimischen Helfern im Busch dankbar angenommen, wenn man seine Trophäen entsprechend den Veterinär-Vorschriften der EU desinfiziert und einen Rest in der Flasche hat! Lassen Sie sich vom Apotheker über die Verdünnung von 30-prozentiger Ware beraten.

Verstauchung ist im allgemeinen nicht so tragisch, man sollte das Gelenk straff wickeln und vorsichtig weiter belasten, falls nötig. Kompartiment Syndrom ist sehr gefährlich, man bezeichnet so die isolierte Blutung oder Einlagerung von Gewebsflüssigkeit in eine geschlossene Haut, die als Faszie Muskelbündel, Nerven und Gefäße umhüllt. Hier kann es durch Drucksteigerung leicht zu Nervenschäden und Gefäßverschluß mit Absterben von Gewebe kommen. Hat man daher stumpfe Traumen (schädigende Krafteinwirkung) hauptsächlich auf die Unterschenkel bekommen und bemerkt Weißfärbung, Schwellung und starken Schmerz, sollte man durch Hochlagerung und Kühlung alles tun, um dieses schwere Krankheitsbild zu verhindern.

Tropische Ulzera, so nennt man die Geschwüre an den Unterschenkeln, die sich besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit oder bei Durchblutungsstörungen nach harmlosen Insektenstichen entwickeln, können sich sehr schnell zu tiefsten Kratern in die Haut fressen und darunterliegende Faszien infizieren, was in Tagen bis zur Notwendigkeit einer Amputation aufblühen kann.
Man sollte sich daher in den Subtropen und Tropen immer mit langer Hose, knöchelhohen Stiefeln und dicht sitzenden Gamaschen ausrüsten. Einfach und am besten sind britische Wickelgamaschen aus Loden! Und im Lager ebenso leichte, weite lange Hosen in Stiefeln tragen! So verhindert man ebenfalls unnötigen Wasserverlust, da ohne Kleidung sehr viel Wasser verdunstet und man dauernd ein quälendes Durstgefühl hat. Auch Zeckenstich wird durch diese schützende Kleidung weitgehend vermieden; im südlichen Afrika sind schon ganze Jagdgruppen durch "Tick Fever" mit hohem Fieber auf dem Krankenlager gelandet.
Es handelt sich überwiegend um Rickettsien- und Borrelien-Bakterien, die in vielen Unterarten auftreten. In den östlichen USA wurde die Lyme-Krankheit zuerst 1975 beschrieben, mittlerweile weiß man, daß es durch Zeckenstich übertragene Borreliosen als ernste Erkrankung mit schweren, meist rheumatischen, oft auch nervlichen Spätschäden weltweit gibt.
Jagdhunde sind regional bis zu 50 Prozent befallen. Wenn der liebe, treue Jagdbegleiter lahmt, nicht den Züchter verfluchen, erst mal Blut testen und antibiotisch behandeln. Wiederum ist Doxycyclin das Mittel der Wahl mit täglich 200 mg über 14 Tage.
Zecken muß man sofort durch eine leichte Drehbewegung entfernen. Die faltbaren Kombizangen wie Leatherman, Gerber etc. eignen sich bei flacher Zangenspitze bestens dazu.

Hexenschuß/Ischias können eine Jagd torpedieren; schon verdrehtes Sitzen, ungleichmäßiges Tragen, ja Schuhanziehen können Auslöser sein. Warm halten, abends Rheumasalbe oder noch besser ABC-Pflaster - wenn man es verträgt- und vor allem Bewegung. Viel Laufen bessert die Beschwerden schneller als Rumliegen. Schwimmen ist ideal, weil hier nur das halbe Körpergewicht auf den Wirbeln lastet!
Zur Vorbeugung sollte man bei langen Flugreisen und längerem Sitzen immer das "Hohlkreuz", also die Nierenregion durch ein festes Kissen unterstützen. Preiswert und vielseitig ist von der Bundeswehr das grüne aufblasbare Sitzkissen mit Seitentasche, in die Papiere wassergeschützt verstaut werden können.

Hüftschmerzen durch Gelenkschäden kann man durch entsprechende geringe Belastung verbessern. So sind die Kräfte, die aufs Hüftgelenk wirken, um mehrere 100 Prozent des Körpergewichts unterschiedlich, ob man langsam, schnell oder mit Unterstützung von 2 Stöcken bergab geht. Hier zeigt sich auch der Segen des Bergstocks. Seit einigen Jahren benutzen Experten zwei körperlange leichte Stöcke, sie sind noch viel schonender für Hüft- und Kniegelenke. Abends hat man dann deutlich weniger Muskelkater.

Knochenbruch ist fatal, hier endet die Jagdreise! Seien Sie also vorsichtig, bewegen Sie sich in schwierigem Gelände (Geröll, Fels, Wurzelgewirr) umsichtig und genieren Sie sich nicht, einen Stock als drittes Bein zu benutzen. Ist ein Knochen gebrochen, muß man eine Schiene - notfalls unterpolsterte Äste - anfertigen, damit beim Transport der Schmerz gering bleibt und kein Durchspießen des Knochens durch die Haut = offener Bruch, der sehr viel schwieriger heilt, entsteht.

Läuse / Flöhe können in der GUS und anderen östlichen Regionen leicht akquiriert werden: Meist wird man kein entsprechendes Puder (Jakutin) griffbereit haben, kann sich aber mit Petroleum/Diesel, Benzin Spritzer auf die Wäsche einigermaßen behelfen. Hartgesottene Seeleute haben "Matrosen am Mast", sprich Filzläuse, schon seit jeher mit Diesel-Einreibungen behandelt.

Schlangenbiß: Diese Vision schreckt jeden, in gefährdeten Regionen kann man eine spezielle Schlangenbiß-Saugpumpe (Sawyer) mitführen; sie ist auch nützlich, um Bienen-, Spinnen- und anderes Insektengift auszusaugen. Der Unterdruck von 3 Atü beförderte bei Versuchen der Uni Tucson innerhalb von drei Minuten immerhin 25 Prozent des injizierten Klapperschlangen-Giftes aus den Versuchskaninchen. Tröstlich ist, daß Schlangenbisse sehr selten sind und es sich meistens um einen sogenannten "trockenen" Biß handelt. Die Giftschlangen vergeuden ihr Gift selten zur Abwehr, sondern heben es für Beute auf. Bei Klapperschlangen, die eh nicht so sehr giftig sind, hat man nur in 20 Prozent der Bisse Gift gefunden. Vielleicht kommt daher die "Wirkung" des berühmten Schwarzen Steins des katholischen Ordens der "Weißen Väter", der nach dem Biß auf die Haut gelegt wird. Welcher Leser hat Erfahrungen dazu?

Skorpion-Stich: Auch dieser ist selten und fast immer relativ harmlos. Die Kollegen im Afrika-Korps hatten reichlich Erfahrungen damit, da die Biester in Schützengräben bei Oasen natürlich häufig waren. Die Feldärzte behandelten meist mit Unterspritzen von Gewebe zusammenziehender Lösung, um die Giftwirkung örtlich zu begrenzen, aber ohne ging es auch.
Vorsicht ist geboten bei Raupen und Tausendfüßlern. Ihre feinen Haare enthalten Kontaktgifte, die teils üble Verbrennungen und nachfolgend Infektion bewirken. Also nicht anfassen! Auch Pflanzen können vom Übel sein. Großer Bärenklau verbrennt die Haut. In den USA gibt es im Süden Gift-Efeu "Poison Ivy". Er ist sehr leicht durch seine dreifingrigen Blätter zu erkennen. (Merke Haschisch hat fünf!)

Trinkwasser muß so reichlich zu sich genommen werden, daß man hellen Urin läßt! Dann beugt man Nierensteinen und Harnwegs-Infekten vor. Wasser desinfiziert man ohne Nebengeschmack mit Micropur oder Certisil: Drei Tropfen pro Liter und 15 Minuten Kontaktzeit. Auch der Krug zweifelhaften Wassers auf dem Tisch des Gastgebers ist somit schnell keimfrei! Als Nebeneffekt ist ein Mittel zur Wasserdesinfektion als Gastgeschenk bei hochrangigen Würdenträgern unverfänglich und hochgeschätzt und kann manches Problem lösen. Selbst die klaren Bäche der Rocky Mountains in Nordamerika beherbergen sehr oft Lamblien und Ghiardien; Mikroben, die Darminfektionen auslösen.Eine Magnesium- und Vitamintablette in einem Liter Wasser verhindert oder
lindert nächtliche Muskelkrämpfe und erlaubt spätnachmittags wohlschmeckend das Trinken der nötigen Wassermenge, um den Verlust durchs Schwitzen wieder zu ersetzen.
Zu Jagdreisen hat man oft das nötige Kleingeld erst in fortgeschrittenem Lebensalter und manchen drückt dann die Prostata. Da tut man gut daran, ein Filzkissen oder wasserdichtes Stück Styropol mitzunehmen. Dann hat man immer einen warmen Sitz - auch für Junge zu empfehlen, die Blase hat man sich schnell verkühlt.
Salat gilt als die Giftpflanze der Tropen. Wenn er nicht 10 Minuten mit Kaliumpermanganat behandelt und so von Hepatitis- und anderen Keimen befreit wurde, sollte man ihn unbedingt stehen lassen! Eine Messerspitze Kaliumpermanganat auf einen Liter Wasser zum Desinfizieren nehmen!
Wer infektionsanfällig ist tut gut daran, seine körpereigene Abwehr mit Injektionen von Eigenblut (Ein Milliliter Eigenblut pro Woche intramuskulär über drei Wochen) zu stärken. Eine gewisse Menge am Keimen kann vom körpereigenen Abwehrsystem abgetötet werden, diese Kräfte werden durch
Eigenblut gestärkt. Vom injizierten Echinacin-Zusatz halte ich nichts, das gibt immer wieder tödliche Zwischenfälle, da es ein starkes Allergie-erzeugendes Pflanzenprodukt ist.

Zu allerletzt ein Rat für die Psyche: Versuchen Sie immer, die Nerven bewahren: "Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, so kommt von irgendwo ein Lichtlein her". Der alte Kinderspruch hat in fast allen Lebenslagen seine Berechtigung!

(Artikel geschrieben in rauher Jagdpraxis anläßlich der 27. Safari im dichten Regenwald Südkameruns drei Tagesmärsche entfernt vom nächsten befahrbaren Weg unterm Moskitonetz mit Geräuschkulisse von Grillen, Vögeln, Myriaden von Fliegen und Mücken sowie fröhlich plappernden Pygmäen, die einen Korb nach dem anderen an frischem Elefantenfleisch herantragen und auf ihre Räucher-Roste legen!) Mehr an detaillierten Gesundheitstips im fast vergriffenen Buch "Bongo, Büffel, Sitatunga" !!

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